Léon Wohlhage Wernik, Berlin
privat
Manfred Bukowski, Münster (Baudurchführung); S.A.L. Planungsgruppe, Münster sowie Heinz Günther Schulten, Münster (Außenanlagen); Pichler Ingenieure, Berlin (Tragwerksplanung); Zibell, Willner und Partner, Köln Berlin (Haustechnik)
2000
Münster
Mischbauweise
Das Grundstück des Wohnhauses im Münsterland wird von einem Bachlauf und hohen, alten Bäumen nach Süden und Westen begrenzt. Die Nachbarschaft im Norden ist von Einfamilienhaus-Neubauten bestimmt.
Entsprechend dieser Lage hat das Haus zwei unterschiedliche Gesichter: ein verschlossenes nach Norden und ein sich öffnendes nach Süden. Ein wesentliches Merkmal sind die beiden, an das zweigeschossige Haus angehängten, hoch ummauerten Atrien: ein Eingangsatrium und eines zum Garten. Der introvertierte Charakter von Atriumhäusern ist diesem Gebäude dennoch fremd, da die Ausblicke aus den Innenräumen nicht in den Höfen gefangen werden, sondern immer auch weiter hinaus dringen durch große Fenster und Portale. Diese Ambivalenz zwischen Begrenzung und Öffnung, zwischen Introvertiertheit und Offenheit, zwischen Abschließen und Eindringen charakterisiert alle Raumbeziehungen.
Ein weiteres Kennzeichen des Wohnhauses ist die Wahl der spröden Materialien und der Minimalismus der Formen. Die Außenhaut besteht aus rohem Beton, die Atrien sind mit Betonsteinen gepflastert. Auf der Außenhaut malen die Schatten der Bäume veränderliche Bilder, sie kontrastiert mit der Vegetation. Die dunkelgrauen Stahlrahmen der Fenster schneiden große kontrastreiche Öffnungen in den Beton. Einige Flügel können geöffnet werden, indem sie vor die Außenwand geschoben werden und das Bild der Fassade verändern.
Die Innenräume bestehen aus naturbelassenen, verputzten Mauerwerkswänden mit weiß gestrichenen Decken und schwarzem Wenge-Parkett, die Türblätter sind aus unbehandeltem, sägerauhen Eschenholz. Das Bad besitzt Sichtbetonwände, die Badewanne wurde aus massivem Zedernholz gefertigt. Eine einläufige Treppe aus gefaltetem Stahlblech verbindet die beiden Geschosse.
Für den Beton mit der Festigkeitsklasse B35 wurde ein Hochofenzement CEM III verwendet. Er wurde mit einer Pumpe in Lagen von jeweils 50 cm in die Schalung eingebracht und mit Innenrüttlern verdichtet. Die nicht saugenden, kunststoffbeschichteten Schaltafeln wurden in den Maßen 1,25 x 2,50 montiert. Um Kiesnester und Lunkerbildung zu vermeiden, wurden die oberen Wandabschnitte, jeweils ein halbe Stunde nach dem Betonieren nachverdichtet. Der Beton verblieb zwei Tage in der Schalung und wurde anschließend fünf Tage mit Folie abgedeckt.
Bildnachweis: Christian Richters, Münster
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